Meine Kunst

Was ist das Besondere an meiner Kunst?

Ich ordne mich keiner speziellen Kunstrichtung zu, um mich nach dessen Stilelementen zu richten. Die Kunst wie ich sie verstehe, ist die Darstellung bekannter Motive, welche im Patchwork- Stil künstlerisch verfremdet und so zu neuem Leben erweckt werden. Meine Bilder drängen sich somit dem Auge regelrecht auf und beeindrucken besonders durch ihre zum Teil als gewagt empfundene Farb- und Formzusammenstellung.

Weiterhin verarbeite ich aktuelle Empfindungen, Erlebnisse, Hoffnungen und Träume in meinen Bildern. Dabei greife ich gern auf meinen Körper als Ausdrucksmittel und wiederkehrendes Motiv zurück.

In vielen Bildern kann man Hände, Gesichter oder den ganzen Oberkörper sehen. Ein Kunstkritiker sagte neulich zu mir, dass meinen Bildern die persönliche Note fehle. Doch was ist denn persönlicher als Silhouetten des eigenen Körpers in seinen Bildern zu verarbeiten.

Ich nutze vor allem meine Hände um daraus verschiedene Dinge wie z.B eine Sonne, Tiere oder Pflanzen zu gestalten. Einige meiner Bilder lassen sich somit dem Surrealismus (surreal= über dem Realismus) als Kunstrichtung zuordnen.

Durchaus kann man meine Bilder durch die zahlreichen bunten Farben auch in die Pop Art einordnen. Der Begriff Pop Art leitet sich von „popular art“ her, was man mit „volkstümliche Kunst“ übersetzen kann.

Einige meiner Bilder bewegen sich auch in der abstrakten Kunstrichtung.

Ein weiteres Merkmal meiner Bilder ist das Aufkleben von Verzierungselementen, um dem Bild einen zusätzlichen „Wow- Effekt“ zu verleihen.

Indem ich das geschriebene Wort in einigen Bildern verwende, soll die Aussagekraft des Inhaltes zusätzlich unterstützt werden.

Zitat von Michael Palomino:
„Selig sind die, die Papier und Farbstifte haben und etwas zeichnen oder malen können. Viele Menschen sehen in ihrem Leben nie einen einzigen Farbstift. Und auch Erwachsene sollten ab und zu wieder ein neues Bild malen, damit der Ausdruck der Seele und die Selbstachtung nicht verlorengehen.“

Warum sind mir die bunten Farben so wichtig?

Ich wurde Anfang der 80`er Jahre in der DDR geboren. Die DDR war grau! Ich erinnere mich noch genau an die Häuser mit ihren trostlosen Fassaden, welche sich in verschiedenen Grau- und Brauntönen aneinander reihten. Die Abgaswolken der Autos taten ihr Übriges. Wir hatten schwarz-weiß Fernsehen und schwarz-weiß Fotos. Bis zum Ende meiner Grundschulzeit dachte ich sogar, dass die Vergangenheit schwarz-weiß ist.

In der DDR gab es natürlich Farben, aber nicht sehr viele und auch nicht sehr schöne. Das Schlimmste war, dass alle Menschen dieselben Dinge in denselben matten Farben hatten. Als ob es verboten war sich an schönen Farben zu erfreuen. Die Macht und die Magie von bunten, leuchtenden Farben waren mir dennoch bekannt, denn ich bekam „Westpakete“ mit Haribos, bunten Stiften und farbigen T-Shirts. Ich erinnere mich bis heute an das Gefühl, dass sich bei mir breit machte, wenn ich die bunten Dinge ansah. Die meisten Leute erinnern sich jedoch nur an den Duft, welcher aus den sogenannten „Westpaketen“ herauskroch.

Das Verlangen nach bunten und heiteren Farben hat mein ganzes Leben definiert und legt sich nun auch in meiner Kunst nieder. Mein Ziel ist es, im Betrachter ähnliche Gefühle zu erzeugen, wie ich sie als Kind hatte, wenn ich viele bunte Farben auf einmal sah. Unsere Straßen und Häuser sind zwar heute bunter geworden, aber viele Gemüter erscheinen dennoch grau, unzufrieden und trostlos. Durch das Gestalten von farbigen und fröhlichen Bildern soll das Grau in Alltag und Seele einen bunten Anstrich bekommen.

Sonja Suss